Die Online-Bibliothek des Digitalen Forums Mittel- und Osteuropa

 

Das Digitale Forum Mittel und Osteuropa e. V. (DiFMOE) betreibt seit mittlerweile über 10 Jahren eine digitale, frei zugängliche Fachbibliothek mit historischen Dokumenten zum östlichen Europa. Anfang des Jahres 2021 beinhaltete ihr Bestand bei den Periodika 245 Titel, darunter 106 Zeitungen, 73 Jahresperiodika (Jahrbücher, Schulberichte etc.), 35 Kalender und 27 Zeitschriften. Dazu kommen über 1.000 Bücher sowie etwa 3.500 Bild- und Archivdokumente. Die Gesamtseitenzahl beträgt über 2.000.000. [s. Abbildung 1]

Der folgende Text soll der Leserin / dem Leser einen Überblick über Art und Inhalte dieses Fundus verschaffen. Da es sich beim Digitalen Forum, wie der Name schon andeutet, de facto um eine semi-virtuelle Institution mit zwar realen Personen dahinter, aber ohne eigene physische Bestände handelt, entstanden sämtliche digitalen Bestände im Rahmen von Einzelprojekten. Diese – manchmal anlassbezogen, manchmal aus einer situativen Chance zur synergetischen Kooperation heraus initiiert – ergeben einen in vielerlei Hinsicht heterogenen Quellenschatz. Dem entsprechend wird dessen Genese im Folgenden nachgezeichnet: Einem kurzen Abriss der thematischen und räumlichen Ausrichtung des DiFMOE folgt eine weitgehend chronologische Darstellung der größeren Teilprojekte mit Dokumentenbeispielen und direkten Verlinkungen in die Digitale Bibliothek, wobei der jüngsten Sammlung, „Jüdisch-Deutsche Bukowina 1918+“, breiterer Raum eingeräumt wird. Regelmäßige Nennungen der für uns unverzichtbaren Kooperationspartner bzw. Leihgeber von Originalvorlagen sollen den Leserinnen und Lesern als Hinweise für eigene Recherchemöglichkeiten nach Primärquellen dienen. Zugleich sollen sie aber auch verdeutlichen, wie sehr sich das Netz der historischen ethnischen Verflechtungen und ihrer Entwicklungen bis zur Gegenwart in den räumlich und institutionell weit verstreuten Zeugnissen des kulturellen Erbes der Großregion „Östliches Europa“ widerspiegelt. Der Schwerpunkt der Darstellungen liegt auf dem periodischen Bestand der Digitalen Bibliothek, da Zeitungen und Zeitschriften eine besonders wichtige Quelle bei der Erforschung interethnischer Beziehungen und ihrer historischen, kulturellen und politischen Implikationen darstellen.

Der 2008 gegründete und in München beheimatete Verein Digitales Forum Mittel- und Osteuropa e. V. verfolgt das Ziel, historische Druckwerke multiethnischer Kulturlandschaften des östlichen Europas zu digitalisieren und über das Internet für Wissenschaft und interessierte Öffentlichkeit erreichbar zu machen. Dabei werden vor allem solche Druckwerke berücksichtigt, die aus Territorien mit ehemals größeren deutschen beziehungsweise deutschsprachigen Bevölkerungsgruppen stammen.[1] Bei der Umsetzung seiner Projekte kooperiert das DiFMOE mit zahlreichen institutionellen und privaten Partnern in Deutschland, Israel, Kroatien, Lettland, Österreich, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und den USA. Während das Digitale Forum in den ersten Jahren noch ganz auf die Digitalisierung historischer deutschsprachiger Periodika (vor allem Zeitungen und Zeitschriften) des östlichen Europas ausgerichtet war, hat sich dieses quellenkategorische Profil mittlerweile verändert. Inzwischen werden über Periodika hinaus auch Bücher (Monographien, Reihenwerke, Kleinschriften), Archivalien und Bildmaterial (Fotografien, Ansichtskarten etc.) in die Aktivitäten einbezogen – und auch nicht mehr nur Publikationen in deutscher Sprache. Wichtig ist in der Zielrichtung, dass die Quellen etwas vermitteln können über die historischen Lebenswelten der deutschsprachigen Bevölkerungsgruppen im östlichen Europa und über die Beziehungen zwischen ihnen und ihren jeweiligen Nachbarn.[2]

Das erste der DiFMOE-Projekte beschäftigte sich 2008 mit der in Käsmark / Kesmark [heute (slowak.): Kežmarok] zwischen 1880 und 1942 herausgegebenen Karpathen-Post.[3] [s. Abbildung 2] Finanziert wurde die Unternehmung vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und der Karpatendeutschen Landsmannschaft in Bayern. Die Originalvorlagen wurden von der Martin-Opitz-Bibliothek Herne aus dem Nachlass der Verlegerfamilie Sauter zur Verfügung gestellt.[4] Das Volumen umfasst ca. 17.000 Seiten. Diese waren in ihrer digitalen Form volltextdurchsuchbar und bereits mit einer frühen Kalenderfunktion auf der ersten Webplattform des Digitalen Forums einsehbar, der Vorgängerin der heutigen Digitalen Bibliothek.[5]

Die Karpathen-Post gilt als journalistisch qualitativ hochwertiges Presseerzeugnis. Als Chronik und Sprachrohr der Zipser Deutschen vertrat sie aktiv deren Interessen, zuerst während der Magyarisierungsprozesse in Oberungarn und dann in der nach dem ersten Weltkrieg gegründeten Tschechoslowakei.[6]

Aus einer Antragstellung bei der bayerisch-slowakischen Regierungskommission entwickelte sich parallel zu diesem ersten DiFMOE-Projekt das quantitativ weitaus umfangreichere Teilprojekt Pressburger Zeitung (1764-1929, wechselnde Titel). Dies gilt sowohl für den wesentlich größeren Umfang in Bezug auf die zu digitalisierenden Seiten (Mutterblatt und Beilagen kommen zusammen auf über 300.000 Seiten), als auch für die gestiegene Zahl der involvierten Kooperationspartner: Die Originalvorlagen kamen nun vom Stadtarchiv Bratislava und der Ungarischen Nationalbibliothek (OSZK) zu ungefähr gleichen Teilen. Die OSZK digitalisierte die eigenen Bestände vor Ort, während diejenigen des Stadtarchivs der Universitätsbibliothek in Bratislava (UKB) zum Scannen übergeben wurden. Die digitalen Roh-Images wurden am Schluss zwischen beiden Bibliotheken ausgetauscht und der dann zusammengeführte Bestand dem DiFMOE e. V. zur Weiterverarbeitung und Onlinestellung zur Verfügung gestellt.[7] Die Komplettierung dieses prominenten Blattes dauert bis heute an und wurde kürzlich zusammen mit der Landesbibliothek des Burgenlandes (Eisenstadt) fortgesetzt. Der bei der digitalen Erschließung betriebene mittlerweile mehr als zehnjährige Aufwand korrespondiert mit der Bedeutung der Pressburger Zeitung, denn sie ist die erste und zugleich wichtigste deutschsprachige Zeitung auf dem Gebiet der heutigen Slowakei bzw. überhaupt auf dem Gebiet des damaligen Ungarn und auch die mit dem längsten Erscheinungszeitraum. Die ihr bereits in frühen Jahren zugeschriebene Aktualität verdankte die Pressburger Zeitung einem weiten europäischen Korrespondentennetz, was sie zugleich von den Meldungen anderer wichtiger Blätter – in der Region vor allem denen in Wien – für die eigene Produktion von Inhalten unabhängig und sogar selbst zu einer Nachrichtenquelle für die Konkurrenz machte.[8]

Ein ähnlich umfangreiches Projekt wurde in zwei Teilen zwischen Ende 2009 und Anfang 2011 in Kooperation mit der Mährischen Landesbibliothek (MZK) in Brno / Brünn durchgeführt. Dieses Mal galt das Interesse der zu seiner Zeit einflussreichsten deutschsprachigen Tageszeitung in Mähren – dem Tagesboten (Brno, 1850-1944, wechselnde Titel). [s. Abbildung 3] Möglich gemacht wurde das Vorhaben durch Förderungen seitens des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) auf deutscher Seite und des Kulturministeriums der Tschechischen Republik. Verarbeitet wurden dabei Mikroformvorlagen aus den Beständen der Mährischen Landesbibliothek, wobei im Kontext der Digitalisierungsaktivitäten eine Arbeits- und Kostenteilung zwischen MZK und DiFMOE stattfand.[9]

Die Anfänge des Tagesboten sind Teil einer Gründungswelle der professionellen liberalen Journalistik, angeregt vom Revolutionsjahr 1848. Im ersten Erscheinungsjahr traf die Zeitung unter dem Namen Fremden-Blatt allerdings noch auf ein recht geringes Interesse der Brünner Leserschaft, was seinen Grund wohl in den zahlreichen bloßen Kopien aus den Amtsblättern in Wien und Brünn hatte. Der Erfolg stellte sich mit der Übernahme durch die Firma Buschak und Irrgang ein, welche die nunmehrigen Neuigkeiten mit eigener Druckerei und vor allem einem eigenen wirtschaftlichen Nachrichtendienst publizierten. Ab 1867 wurde die Zeitung dann als Tagesbote vertrieben, und das nicht nur vor Ort. Für das hohe Niveau des Tagesboten sprechen daher auch seine damaligen Abonnenten in Wien und Prag.[10]

Ein weiteres „BKM-Projekt“ zum Thema „Deutschsprachige Periodika aus Mittel- und Osteuropa“ wurde im Jahr 2011 vom DiFMOE-Kooperationspartner IOS (Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung – damals noch Südost-Institut) in Regensburg initiiert, federführend realisiert und in Folgeprojekten weitergeführt. Dabei wurden ausgewählte Zeitungen und Kalender aus dem Bestand der Bibliothek des IOS und zahlreicher Partnerinstitutionen – Bayerische Staatsbibliothek (München), Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Oldenburg), Caritas-Bibliothek (Freiburg), Herder-Institut (Marburg), Martin-Opitz-Bibliothek, National- und Universitätsbibliothek Ljubljana, Österreichische Nationalbibliothek, Soproner Archiv des Komitates Győr-Moson-Sopron im Ungarischen Nationalarchiv, Siebenbürgen-Bibliothek (Gundelsheim), Staatsbibliothek zu Berlin, Universitätsbibliothek Maribor – im Umfang von mehreren hunderttausend Seiten dezentral digitalisiert und die Ergebnisse schließlich auf der Webseite des Digitalen Forums volltextdurchsuchbar und zur freien Nutzung online gestellt. Auch in der neuen Digitalen Bibliothek stehen sie inzwischen als Quellen zur Geschichte der Deutschen und ihrer Nachbarn in Mittel- und Osteuropa zur Verfügung. Darunter sind, um nur exemplarische Titel zur Verdeutlichung der weiten räumlichen Streuung zu nennen, die Marburger Zeitung (Marburg an der Drau / Maribor, 1862-1945), die Oedenburger Zeitung (Ödenburg / Sopron, 1868-1941), das Siebenbürgisch-Deutsche Tageblatt (Hermannstadt / Sibiu, 1874-1941), die Kaukasische Post (Tiflis / Tbilissi, 1906-1922) und die Banater Deutsche Zeitung (Temeswar / Timișoara, 1925-1944).

Das bis dahin in vielerlei Hinsicht – Finanzrahmen, digitalisierte Seiten, Zahl der kooperierenden Einrichtungen und deren Ursprungsländer, Diversität der Quellensorten etc. – größte Eigenprojekt mit dem Digitalen Forum als Träger wurde ebenfalls im Jahr 2012 begonnen und im Frühjahr 2013 abgeschlossen: die Cassovia Digitalis.[11] Die mit Cassovia Digitalis (Kaschau / Košice 2013) begonnene und dann mit Riga Digitalis (Riga 2014), Pilsna Digitalis (Pilsen 2015) und Wratislavia Digitalis (Breslau 2016) fortgesetzte Reihe digitaler Bibliotheken jener Kulturhauptstädte, die sich im östlichen Europa befinden, sollte gleichzeitig die oben beschriebene ausschließliche Ausrichtung auf die Digitalisierung historischer Periodika beenden, auch wenn solche mit Titeln wie Kaschau-Eperieser Kundschaftsblatt (Košice, 1838-1871), Kaschauer Zeitung (Košice, 1872-1914), Rigascher Anzeigen (Riga, 1762-1852), Rigaische Stadtblätter (Riga, 1810-1907), Pilsner Tagblatt (Pilsen, 1900-1930) oder Westböhmische Tageszeitung (Pilsen, 1930-1938) in den Sammlungen schwerpunktmäßig nach wie vor stark vertreten waren/sind. Jetzt wurde mittels thematischer Bündelung, räumlicher Eingrenzung und bewußter Beschränkung in Bezug auf Volumina und kategorische Vielfalt der ausgewählten Objekte aus der Publikationsgeschichte der jeweiligen Kulturhauptstadt eine Übersichtlichkeit an Materialien erzielt, die vor allem auch ein historisch interessiertes Laienpublikum für das geschaffene Angebot interessieren sollte, ohne den Nutzer unter einer Quellenflut zu begraben. Idealtypisch zusammengefasst, finden sich bei den ausgewählten Periodika, Büchern, Bilddokumenten und Archivalien vor allem solche, die in der jeweiligen Kulturhauptstadt selbst gedruckt wurden und/oder auswärtige Erzeugnisse, welche sich auf sie beziehen. Dies beinhaltet quellenkategorisch Zeitungen, Zeitschriften, Adressbücher, Kalender, Schulberichte, Sammel- und mehrbändige Werke, Monografien, amtliche und private Archivalien, Fotografien, Ansichtskarten und Plakate; thematisch gilt das Interesse speziell der Stadtgeschichte und der städtischen Bevölkerung, vertreten sind letztendlich aber immer auch weitere Felder darüber hinaus, fallweise abhängig von der literarischen und publizistischen Produktion lokaler institutioneller und individueller Akteure, aber auch – ganz praktisch betrachtet – von der Erreichbarkeit der entsprechenden Originale für die Digitalisierung. Es begannen diesbezüglich, vor allem auch mit Hilfe der Martin-Opitz-Bibliothek, die stabilen Partnerschaften mit weiteren räumlich und thematisch einschlägigen Institutionen in Deutschland, wie dem Collegium Carolinum (München), dem Haus Schlesien (Königswinter), dem Herder-Institut (Marburg), dem Kulturwerk Schlesien (Würzburg), dem Institut für Auslandsbeziehungen (Stuttgart), dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (München) und dem Nordost-Institut (Lüneburg). Gleichzeitig war ein wichtiger Bestandteil von Beginn an die Einbindung von Partnern vor Ort, typischerweise städtische und regionale Bibliotheken und Archive. Mitunter ergab/ergibt sich aber auch eine Spannweite vom Privatsammler/Familienarchiv bis zur Nationalbibliothek. Bei der Cassovia Digitalis mit an Bord waren etwa das Ostslowakische Museum, die Öffentliche Bibliothek Jan Bocatius und der Privatsammler Ľudovít Korotnoky (alle Košice), bei der Riga Digitalis die Lettische Nationalbibliothek (Riga), bei der Pilsna Digitalis die Klosterbibliothek Tepla / Tepl, das Stadtarchiv, das Westböhmische Museum und die Städtische Bibliothek (alle Pilsen). Hinzu kamen und kommen regelmäßig historisch bedingte Crossover-Partner, wie die Wienbibliothek im Rathaus und die Österreichische Nationalbibliothek.

Neben den von diesen Einrichtungen für die Digitalisierung zur Verfügung gestellten Dokumenten sollte eine ansprechende themen- und anlassgerechte Gestaltung des Layouts der zu dieser Zeit noch separaten Onlineauftritte die Attraktivität des Gesamtangebots weiter erhöhen. Jene spezielle Art der Aufbereitung historischer Originalquellen, zusammen mit dem „Zugpferd“ Kulturhauptstadt, schuf eine sehr hohe und für Nischenprojekte eher unübliche mediale und öffentliche Aufmerksamkeit. Für die Deutsche-Presse-Agentur (DPA) gehörte die Cassovia Digitalis sogar „zu den nachhaltigsten Projekten“ im Kontext des Kulturhauptstadtjahres Košice.[12] Auch was Veranstaltungen sowie Projekt-Präsentationen betrifft, bietet der Kulturhauptstadtstatus ein ideales Umfeld, innerhalb dessen wiederum Synergien effektiv genutzt werden können. Besonders konstruktiv gestaltet(e) sich hierbei im Kontext der Öffentlichkeitsarbeit die enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam und den örtlichen Goethe-Instituten bzw. ihren jeweiligen Aktivitäten als Kulturhauptstadt. Eine besondere Art der synergetischen Nutzung fand außerdem zum ersten Mal im Rahmen der Riga Digitalis statt: Durch die Digitalisierung des uns in Deutschland von unseren Partnereinrichtungen zur Verfügung gestellten Materials und den Tausch der Digitalisate mit der Lettischen Nationalbibliothek erhielten beide Partner bei gleichbleibendem Budget 100.000 Seiten wertvollen Kulturguts zusätzlich. Ähnliche Tauschprojekte konnten in der jüngeren Vergangenheit außerdem mit der Israelischen Nationalbibliothek, der Mährischen Landesbibliothek, der Österreichischen Nationalbibliothek und der Landesbibliothek des Burgenlandes durchgeführt werden und sind auch für laufende und zukünftige Unternehmungen angedacht.

Apropos Budget: Das Digitale Forum Mittel- und Osteuropa verfügt über kein eigenes Vereinsvermögen und ist deswegen bei der Durchführung seiner Projekte auf die Finanzierung durch Spenden und Drittmittelgeber angewiesen. Hauptförderin in diesem Sinn ist die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) auf Basis des §96 des Bundesvertriebenengesetzes. Kleinere Unternehmungen wurden/werden darüber hinaus vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, dem Goethe-Institut Bratislava, dem Karpatendeutschen Kulturwerk (Karlsruhe), dem Karpatendeutschen Verein in der Slowakei (Košice) und dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (München) kofinanziert. Ohne diese Zuwendungen wären die Realisierungen der Kulturhauptstadtbibliotheken ebenso wenig möglich gewesen wie die der Projekte danach:

Die Sammlung Brünn knüpfte an die Digitalisierung des Tagesboten aus den Jahren 2009-2012 an. Das Projekt sollte weitere Periodika aus Brno / Brünn erschließen, aber gleichzeitig den diesbezüglichen digitalen Fundus analog zum inzwischen etablierten Digitalis-Konzept um Objektkategorien, wie Bücher oder Fotografien erweitern. Was die periodischen Blätter betrifft, wurde eine zeitliche Fokussierung auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und hier vor allem auf die 20er und 30er Jahre – also die Zwischenkriegszeit – vorgenommen. Dadurch konnte für diesen politisch und interethnisch konfliktreichen Zeitraum eine recht dichte und politisch-ideologisch heterogene Quellenlage zu Brno und Mähren im digitalen Format entstehen. Wichtigster Partner – mit den meisten Vorlagen im Bestand – war das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa): Brünner Montagsblatt (Brno, 1921-1929), Deutscher Landruf (Brno, 1923-1938), Sudetendeutsche Volkszeitung (Brno, 1930-1933), Sudetendeutscher Landbote (Brno, 1927-1933), Sudetendeutscher Landbund (Brno, 1934), Südmährer-Blatt (Brno, 1921-1923), Brünner Tagespost (Brno, 1923-1933), Verständigung (Brno, 1922-1925), Der Volkswart (Brno, 1933-1934). Ergänzt wurden diese Titel durch die Vorlagen des Volkswille (Brno, 1920-1935) aus der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung (Bonn); das Collegium Carolinum steuerte neben zahlreicher Kleinperiodika die Vorlagen der Gemeinde-Verwaltung und Gemeinde-Statistik der Landeshauptstadt Brünn (Brno, 1895-1914) und die vorhanden Protokolle der öffentlichen Gemeinderatssitzungen (Brno, 1880-1917) bei.

Im Bereich des monografischen Materials stellten die Martin-Opitz-Bibliothek und wiederum das Collegium Carolinum ihren jeweiligen Brünner Bestand zur Verfügung. Die Mährische Landesbibliothek tat Selbiges mit ihrem Fotoarchiv, wobei die notwendige thematische Entscheidung zugunsten des historischen Stadtbildes getroffen wurde.

Parallel dazu fand im Rahmen des gleichen Projektes eine komplette Erneuerung der digitalen Bibliotheksinfrastruktur des DiFMOE statt, in die alle bisherigen Projektinhalte zusammengeführt wurden. Die neue digitale Bibliothekslösung basiert auf dem tschechischen Kramerius-System. Sie verfügt über ausdifferenzierte Such- und Filterfunktionen und befindet sich in Zusammenarbeit mit Entwicklern des Kramerius-Konsortiums in Tschechien in ständiger Weiterentwicklung.[13]

Im April 2018 startete die Sammlung Pressburg, welche ihrerseits das erste Groß- und Langzeitprojekt des Vereins, „Digitalisierung der Pressburger Zeitung und ihrer Beilagen“ fortsetzte und weiter komplettierte. Umfangreichster Neuzugang bei den Periodika war nun der Westungarische Grenzbote (Pressburg, 1872-1919), welcher in Konkurrenz zur Pressburger Zeitung gegründet wurde und sich von einem Blatt der antikapitalistischen, aber gemäßigten Linken hin zu einer antisemitischen Zeitung entwickelte und dessen diesbezügliche Untersuchung – auch im Vergleich zur Pressburger Zeitung – noch ein Forschungsdesiderat darstellt.[14] Hinzu kamen die beiden politischen Zeitungen Westungarische Volksstimme (Bratislava, 1902-1918) und die Westungarische Volks-Zeitung (Bratislava, 1896-1902) sowie die Deutschen Nachrichten (Bratislava, 1923-1925), die Deutschen Stimmen (Bratislava, 1934-1945), B. Z. am Abend (Bratislava, 1923-1924), das Deutsche Genossenschaftsblatt (Bratislava, 1940-1943), Die karpatendeutsche Bauernzeitung (Bratislava, 1939-1943) und das in der Tradition der Pressburger Zeitung stehende Neue Pressburger Tagblatt (Bratislava, 1930-1935); außerdem eine Auswahl an kleineren Periodika (zwei Kalender und eine Beilage zur Pressburger Zeitung), Büchern, Archivalien und Bildobjekten, darunter bis dato noch nicht veröffentlichte historische Fotografien des Stadtbildes und des städtischen Alltags von Viktor Beneš und solche aus dem Nachlass des Architekten Christian Ludwig.

Der Zeitraum spannt sich insgesamt, wie im Übrigen typischerweise auch bei den Digitalis-Projekten, vom 18. bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die periodischen und/oder monografischen Vorlagen lieferten die Landesbibliothek des Burgenlandes, das Institut für Auslandsbeziehungen und das Collegium Carolinum; die Fotografien stellte das Slowakische Nationalmuseum/Museum der Kultur der Karpatendeutschen (Bratislava) und das Privatarchiv von Horst Ludwig (Wien), Sohn des Architekten, bereit.

Einen externen BKM-geförderten Beitrag brachte in etwa zur gleichen Zeit das Institut für Germanistik an der Universität Gießen ein: Im Rahmen des Forschungsprojekts „Spuren deutscher Sprache, Literatur und Kultur in Kroatien“, welches das Ziel verfolgt, „die Austauschbeziehungen im sprachlichen, literarischen und kulturellen Bereich zwischen den deutschen Einwanderern und der einheimischen kroatischen Bevölkerung zu erforschen“, wurden die beiden Zeitungen Die Drau (Esseg / Osijek, 1868-1939) und Slavonische Presse (Osijek, 1885-1929) sowie der Kalender Essegger Bote (Osijek, 1889-1915) in Kroatien digitalisiert und beim DiFMOE in die Digitale Bibliothek eingepflegt. Die Originale dazu befinden sich in der National- und Universitätsbibliothek Zagreb und im Museum Slawoniens in Osijek.[15]

Es war allerdings ein noch früherer externer Input, welcher schließlich dauerhaft zu einer thematisch-inhaltlichen Erweiterung des DiFMOE-Spektrums führen sollte: Bereits im Jahr 2015 startete das Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung in Zusammenarbeit mit der Bibliothek der Hochschule für jüdische Studien (Heidelberg), dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas, der Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Ungarischen Nationalbibliothek als Leihgebern sowie dem DiFMOE als technischem und infrastrukturellem Partner das BKM-Projekt „Jüdische deutschsprachige Periodika aus dem östlichen Europa. Digitalisierung und Dokumentation historischer Zeitungen, Volkskalender und bildlicher Darstellungen osteuropäischer Juden“. [s. Abbildung 4] Zielvorgabe: „… einen Beitrag zur nachhaltigen Bewahrung des kulturellen Erbes deutschsprachiger jüdischer Bevölkerungen im östlichen Europa zu leisten“.[16] Die dann zunächst noch auf der alten DiFMOE-Plattform und mittlerweile ebenfalls in der Digitalen Bibliothek versammelten Titel stammen aus Bratislava (u. a. Pressburger Jüdische Zeitung, 1908-1909), Breslau / Wrocław (u. a. Jüdisches Volksblatt, 1896-1913 und dessen Nachfolgerinnen Jüdische Volkszeitung, 1913-1923; Jüdische Zeitung für Ostdeutschland, 1924-1931 und Jüdische Zeitung, 1932-1937), Brünn (Hickls Illustrierter Jüdischer Hauskalender, 1902-1939), Budapest (u. a. Allgemeine illustrierte Judenzeitung, 1860-1862; Jüdische Pester Zeitung, 1870-1888, in jiddischer Sprache mit hebräischen Lettern; Der ungarische Israelit, 1874-1908; Allgemeine jüdische Rundschau, 1907-1911 und Ungarländische jüdische Zeitung, 1910-1915, die Nachfolgerin der Pressburger Jüdischen Zeitung), Czernowitz / Černivci (Ostjüdische Zeitung, 1919-1937 und Neue Jüdische Rundschau, 1926-1930), Mährisch-Ostrau / Ostrava (Jüdischer Kalender für die čechoslowakische Republik, 1922-1923), Posen / Poznań (u. a. Jeschurun, 1901-1904), Prag / Praha (u. a. Das Abendland, 1864-1868; Die Gegenwart, 1867-1870; Israelitische Gemeinde-Zeitung, 1897-1901; Jung Juda, 1900-1935 [s. Abbildung 5]; Selbstwehr, 1907-1938; Jüdischer Almanach, 1924-1938), Pribram / Příbram (Israelitischer Lehrerbote, 1875-1883) und Temeswar / Timișoara (u. a. Neue Zeit, 1922-1940; Israelitischer Kalender, 1926-1930).

In einem weiteren Arbeitsschritt wurden vom IOS Illustrationen und Fotografien aus den verarbeiteten Periodika extrahiert und vom DiFMOE mit beschreibenden Metadaten ebenfalls in die Digitale Bibliothek eingepflegt. Die neuen technischen Möglichkeiten erlaubten es nun außerdem, aus diesem Grundstock die auf ständige Erweiterung ausgelegte Sammlung „Jüdische Kultur und Geschichte im östlichen Europa“ anzulegen. Weiter angereichert wurde diese Sammlung mit thematisch relevanten Dokumenten der bereits bestehenden Kollektionen bzw. des existierenden Gesamtbestandes der Digitalen Bibliothek, wobei umgekehrt beispielsweise die Breslauer Judaica aus dem IOS-Projekt auch in die Wratislavia Digitalis und solche aus Bratislava in die Sammlung Pressburg eingearbeitet wurden und nun ebenfalls dort abrufbar sind.

Sammlung „Jüdisch-Deutsche Bukowina 1918+“

Einen deutlichen Zuwachs erfuhr die Sammlung „Jüdische Kultur und Geschichte im östlichen Europa“ [s. Abbildung 6] schließlich mit Durchführung des im Mai 2019 begonnenen Projektes „Jüdisch-Deutsche Bukowina 1918+“, dessen Inhalte sowohl in die übergeordnete als auch in eine separate Themensammlung unter dem Projekttitel integriert wurden. Auch in diesem Fall kam die Förderung von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie im Rahmen eines unmittelbar anschließenden Erweiterungsprojektes vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Im Folgenden sollen Ausgangssituation, Ziele und Inhalte näher beleuchtet werden.

 

Historischer Kontext 

Im 10. und 11. Jahrhundert zum Kiewer Reich gehörend, wurde die Bukowina im 14. Jahrhundert Teil des moldauischen Woiwodats, welches im 16. unter die Oberhoheit des Osmanischen Reiches fiel. Nach der Habsburger Okkupation im Jahr 1774 stand die Bukowina zunächst unter Militärverwaltung und bekam dann im Jahr 1786 den Status eines Verwaltungskreises innerhalb des Königreichs Galizien. 1849 wurde sie schließlich ein eigenständiges österreichisches Kronland im Range eines Herzogtums, bis dem Ausgang des Ersten Weltkriegs der Zerfall der Habsburgermonarchie folgte, im Zuge dessen die historische Region vollständig an das Königreich Rumänien überging. 1940 wurde die Bukowina als Teil des Hitler-Stalin-Pakts in einen nördlichen (sowjet-ukrainischen) und einen südlichen (rumänischen) Teil aufgespalten. Die rumänisch-deutsche Eroberung im Jahr darauf machte diese Entwicklung nur vorübergehend rückgängig, bevor es 1944 zu einer dauerhaften Teilung in einen ukrainischen Teil mit Czernowitz als Hauptstadt und einen rumänischen Teil mit Suczawa als Verwaltungszentrum kam.[17]

Die hier sehr komprimiert dargestellten politischen Entwicklungen brachten ihrerseits jeweils umfassende Veränderungen der ethnischen Bevölkerungsstrukturen und der Beziehungen dieser Gruppen zueinander mit sich. Beinamen für die Bukowina, wie „Schweiz des Ostens“ oder „Europa im Kleinen“, die besonders in der Zeit zwischen den Weltkriegen populär wurden und auf eine scheinbar lange friedliche Koexistenz der Nationalitäten rekurrieren, spiegeln jene Prozesse in gewisser Weise wider, gelten heute aber mitunter auch als eine Verklärung des tatsächlichen multiethnischen Miteinanders und der nicht immer konfliktfreien zeitgenössischen Verhältnisse. Dies zumal auch unterschiedliche Erwerbsmuster innerhalb der jeweiligen ethnischen Gruppen dominierten, was wiederum etwaige soziale Spannungen begründete. Rumänen und Ukrainer beispielsweise waren um 1910 zu 90 Prozent in Kleinberufen der Land- und Forstwirtschaft tätig, ihr Anteil an Industrie, Gewerbe, Handel, Verkehr, öffentlichem Dienst, Militär und freien Berufen betrug zwischen 2 und 5 Prozent, wohingegen derjenige der Juden, Deutschen (bzw. Österreicher) und Polen hier deutlich höher lag.[18]

Mit dem Zusammenbruch der Monarchie verstärkten sich nun die politischen Spannungen zwischen den Ethnien. Nach der rumänischen Besetzung von Czernowitz am 11. November 1918 ließen die neuen Machthaber dort eine Woche später auf dem „Generalkongress der Bukowina“ die Delegierten über eine Vereinigung der Region mit dem Königreich Rumänien abstimmen. Es kam zum gewünschten Ergebnis, allerdings vor allem deshalb, weil die rumänische Gruppe entgegen dem ethnischen Proporz von insgesamt 74 eingeladenen Personen 48 Abgeordnete stellen konnte. Jüdische Vertreter verzichteten ganz auf eine Teilnahme, weil ihrer Bevölkerungsgruppe die noch während der Habsburgerzeit gewährten Rechte, im Königreich Rumänien zunächst (bis 1923) verweigert wurden. Der deutschen Forderung nach kultureller Autonomie wurde zunächst noch entsprochen, ukrainische Vertreter waren hingegen nicht einmal eingeladen.[19]

Was folgte, war eine schrittweise, bald aber repressive Rumänisierung der nicht-rumänischen Bevölkerung, obwohl diese mit Ukrainern, Juden, Deutschen und Polen als größte Gruppen 60 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachte. Geriet vor allem die ukrainische Bevölkerung unter den größten Druck, was auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen führte, erfuhren ab den 20er Jahren auch die Deutschen eine Beschränkung ihrer Rechte. So wurde beispielsweise die Zahl ihrer eigensprachlichen Schulen stark reduziert, so dass im Schuljahr 1927/28 nur noch eine übrigblieb – von 64 acht Jahre zuvor. Und auch den Juden wurde es schwer gemacht, sich mit den neuen Gegebenheiten zu arrangieren und mit dem neuen Staat zu identifizieren. Die Gewährung ihrer Gleichheitsrechte verzögerte sich, viele gingen zum Studium ins Ausland und engagierten sich in der zionistischen Bewegung. Trotzdem und auch trotz der schon auftretenden parlamentarischen Krisen werden die 20er Jahre hinsichtlich der demokratischen Entwicklung tendenziell als positiv bewertet. An deren Ende konnten die minderheitenfeindlichen Parteien jedoch deutlich an Macht und Einfluss gewinnen. 1934 kam es schließlich zu Forderungen nach Einschränkungen in den Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Juden und Ukrainer. Ab 1937 verstärkte sich mit der Nationalchristlichen Partei in der Regierung der staatliche Antisemitismus. Vielen Juden wurde die Staatsbürgerschaft entzogen, in der Bukowina bis 1939 etwa einem Drittel der Bevölkerungsgruppe, darunter auch zahlreichen alteingesessenen Czernowitzern.[20] Zu diesem Zeitpunkt hatten auch die in gemeinsamen Interessen fundierten politischen Kooperationen zwischen den konservativ-gemäßigten Vertretern der deutschen und jenen der jüdischen Minderheiten längst ein Ende gefunden. Gleichgeschaltete Presseorgane, wie die Czernowitzer Deutsche Tagespost, hetzten nun im Gleichklang mit und unterstützt aus Berlin gegen die jüdischen Nachbarn.[21]

Als 1940 der Nordteil der Bukowina von der Sowjetunion besetzt wurde, bedeutete das für die Bevölkerung Enteignung und Verstaatlichung. 12.000 Bukowiner, davon 3.500 Juden, wurden deportiert. Zahlreiche Rumänen flohen in den noch rumänischen südlichen Landesteil, die Deutschen wurden aus beiden Teilen nach den entsprechenden Verträgen der beiden Staaten mit dem Deutschen Reich eben dorthin oder in besetzte Gebiete umgesiedelt. Katastrophal entwickelte sich die Lage für die Juden, als Rumänien in Folge des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion und als Verbündeter des Deutschen Reiches die nördliche Bukowina wieder in seinen vorübergehenden Besitz nahm. Die dortigen Juden galten nun als prosowjetische Kollaborateure, wurden mit dieser Begründung verfolgt, und waren Repressionen und Übergriffen verschiedener Gruppen ausgesetzt. Im Sommer 1941 kam es zu Pogromen, ausgeführt von Sondereinheiten, aber auch von Zivilisten. Kurz darauf wurde die jüdische Bevölkerung ghettoisiert und schließlich nach Transnistrien deportiert. Wie viele Menschen dem „rumänischen Holocaust“, den Massenerschießungen, Krankheiten, Seuchen und der Unterernährung zum Opfer fielen, ist nicht genau bekannt.[22] Die Internationale Historikerkommission zum Holocaust in Rumänien schätzte ihre Zahl auf 150.000 – 180.000.[23] Czernowitz selbst stellte in diesem Kontext einen Sonderfall dar: Aufgrund der Verteilung von Spezialausweisen durch den Bürgermeister der Stadt, Dr. Traian Popovici, konnten hier bis zu 20.000 Juden Krieg und Völkermord überleben.[24] Viele derjenigen, welche aus der Deportation noch zurückkommen konnten und jener, die den Krieg irgendwie in der Bukowina überstanden, entschlossen sich zur Emigration, häufig zuerst nach Rumänien, Deutschland oder Österreich, um später endgültig in Palästina bzw. dann Israel, Nordamerika oder anderen Teilen der Welt wieder sesshaft zu werden.

Zum jüdisch-deutschen Zeitungswesen in der Bukowina und Czernowitz

War die Bukowina für die Zeitgenossen ein „Europa im Kleinen“, entsprach dem ihre Hauptstadt Czernowitz als „Klein-Wien im Osten“ einem Mikrokosmos der habsburgischen Vielvölkermonarchie. Weitere Beinamen wie „Jerusalem am Pruth“, „das zweite Kanaan“ oder das „jüdische Eldorado Österreichs“ verweisen etwas spezifischer auf die bedeutende Stellung der Juden innerhalb der multiethnischen und multikonfessionellen Czernowitzer Bevölkerung. Aber auch diese Gruppe war in sich keineswegs homogen, sondern spiegelte die verschiedenen kulturellen, politischen und religiösen Strömungen des Judentums ihrer Zeit wider.[25]

Eine dauerhafte Niederlassung von Juden in der Bukowina erlaubte ab 1812 ein offizieller Duldungsschein. Ab 1868, als schließlich ihre Gleichstellung mit den christlichen Bewohnern erfolgte, kam es zu einem starken Anstieg der jüdischen Bevölkerung, so dass ihr Anteil um 1900 bereits bei 13 Prozent lag, was in etwa dem Anteil der deutschen Bevölkerung der Bukowina entsprach. Dabei lebte die jüdische Bevölkerung hauptsächlich in Czernowitz. Um 1910 stellte sie fast 29.000 Einwohner, d.h. etwa ein Drittel der Stadtbevölkerung. Die dortige Gemeinde war mittlerweile nach Wien und Lemberg die drittgrößte in der Monarchie. Während auf dem Land ethnisch und sprachlich das Ukrainische und Rumänische deutlich dominierten, bildeten die mehrheitlich deutschsprachigen Juden zusammen mit der deutschen Bevölkerung die größte Sprachgruppe in der bukowinischen Hauptstadt.[26] Übernommen wurde die deutsche Sprache durch die bürgerliche jüdische Bevölkerung vor allem im Interesse einer raschen Assimilation, bald verbunden mit einem Anspruch auf Wahrnehmung der kulturellen Repräsentanz des (österreichischen) Zentrums in der Peripherie.[27] Für die Beschreibung des besonderen Verhältnisses zwischen den das öffentliche Leben prägenden städtisch-bürgerlichen Gruppen, der Juden und der Deutschen, findet sich in der Literatur der (nicht unwidersprochene) Begriff der „Kultursymbiose“. Spätestens in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts kann davon aber keine Rede mehr sein.[28]

Als Ausdruck und Spiegel des kulturellen, sozialen und politischen Gefüges von Czernowitz gilt die, gemessen an der Einwohnerzahl, außergewöhnliche Publikationstätigkeit. Dies meint sowohl die literarische Produktion als auch das vielfältige Pressewesen, wobei die Trennung beider Sparten eher eine künstliche ist, angesichts der auch zahlreichen literarischen Veröffentlichungen in den periodischen Erzeugnissen. Vor allem das deutschsprachige Pressewesen war in Czernowitz so entwickelt und umfangreich, dass es heute für die Zeit zwischen 1848 und 1940 als deren größtes Zentrum außerhalb des geschlossenen deutschen Sprachraums gesehen wird.[29] Getragen wurde diese Presse bereits zu Habsburger Zeiten „von einer lokalen bürgerlichen Schicht, in der die deutschsprachigen Juden – assimiliert oder nicht – die Mehrheit bildeten“.[30] Das Spektrum reichte von Organen der innerjüdischen (partei-)politischen, religiösen, sprachlichen und kulturellen Diskurse bis hin zu solchen unter zwar jüdischer Herausgeberschaft, aber ohne nationaler Konnotation.[31]

Doch namentlich auch die Blüte der deutschsprachigen Zeitungen nach 1918 mag auf den ersten Blick und im Kontext der neuen Situation innerhalb Großrumäniens überraschen. Sie erklärt sich als ein Mittel zur Kompensation der Verluste an politischem Kapital, welche die nicht-rumänischen, städtisch-bürgerlichen und damit in ihrer mehrheitlichen Zusammensetzung jüdischen und deutschen Bevölkerungsgruppen erleiden mussten. Mit Hilfe ihrer Presse erzeugten und kommunizierten diese nun eine „Alternative zum rumänisch-nationalen Diskurs“.[32]

Zu den wichtigsten und meistgelesenen Zeitungen gehören also auch noch in der Zwischenkriegszeit jene aus dem jüdisch-deutschen Kontext: Für das liberale Czernowitzer Morgenblatt [s. Abbildung 7] etwa war zwischen 1927 und 1933 als Kulturredakteur der „Czernowitzer Literaturpapst“ Alfred Margul-Sperber tätig, Entdecker von Autoren wie Moses Rosenkranz, Rose Ausländer, David Goldfeld, Kubi Wohl, Jona Gruber und Paul Celan, deren Werke er in seinen Zeitungsrezensionen besprach. Sein 1928 in mehreren Folgen im Czernowitzer Morgenblatt veröffentlichter Essay „Der unsichtbare Chor. Entwurf eines Grundrisses des deutschen Schrifttums in der Bukowina“ war der erste Versuch einer systematischen Darstellung des deutschen Schrifttums in der Bukowina. Margul-Sperbers rege Publikationstätigkeit richtete sich auch immer wieder gegen die widrige politische Situation der Zeit. Polemische Angriffe in der Bukowina, Siebenbürgen und im nationalsozialistischen Deutschland rief das 1936 im linksbürgerlich-demokratischen Czernowitzer Tagblatt veröffentlichte Gedicht „Der Fackelläufer“ hervor, auf die Margul-Sperber wiederum reagierte. Auch die bereits erwähnte Rose Ausländer publizierte zwischen 1926 und 1928, dann erneut zwischen 1931 und 1933 zahlreiche Gedichte in verschiedenen Czernowitzer Zeitungen, darunter in der sich als politisch unabhängig verstehenden Czernowitzer Allgemeinen Zeitung, dem Czernowitzer Morgenblatt und in Der Tag.[33] Der Leserkreis dieser Blätter rekrutierte sich, analog zur Produzentenseite, vornehmlich aus den bürgerlichen und deutschakkulturierten jüdischen Bevölkerungskreisen der Stadt. Die Herausgeber des Czernowitzer Morgenblatts waren Elias Weinstein und Julius Weber, welcher sich in seinem Organ auch selbst als Anwalt der Minderheiten betätigte. Der Vertrieb beschränkte sich nicht nur auf die Bukowina, sondern erreichte die Leser außerdem in Bessarabien, dem rumänischen Altreich und in Ostgalizien.[34] Die Czernowitzer Allgemeine Zeitung, 1904 (bzw. eigentlich bereits Ende 1903) von Philipp Menczel gegründet und ab 1918 geleitet von Arnold Schwarz, ließ Autoren unterschiedlichster politischer Herkunft zu Wort kommen. Dazu gehörten der zionistische Politiker Mayer Ebner, seinerseits Gründer der Ostjüdischen Zeitung [s. Abbildung 8], ebenso wie der jüdisch-nationale Benno Straucher oder der jüdisch-sozialdemokratische Jakob Pistiner.[35] 1932 gründete der mittlerweile aus der Czernowitzer Allgemeinen Zeitung ausgeschiedene Arnold Schwarz die Tageszeitung Der Tag, welche sich in ihrer publizistischen Arbeit auf ein europäisches Netzwerk an eigenen Korrespondenten stützen konnte und um eine neutrale Haltung gegenüber den Nationalitäten bemüht war.[36]

Die Ostjüdische Zeitung galt als Sprachrohr der Anhänger einer Hebräisierung der jüdischen Kultur und war, wie auch das in jiddischer Sprache erscheinende Konkurrenzblatt Di frayhayt, ein Forum der diskursiven Auseinandersetzung, wo unter dem jeweiligen Vorzeichen der eigenen ideologischen Orientierung über in der multiethnischen Bukowina politisch brisante Themen, wie beispielsweise den schulischen Sprachunterricht gestritten wurde.[37] Die ebenfalls jiddischen Tschernovitser Bletter entwickelten sich aufgrund der sie enttäuschenden Minderheitenpolitik des rumänischen Staates zu einem sehr regierungskritischen Periodikum. In den dreißiger Jahren erfuhr die immer noch vielfältige Czernowitzer Presselandschaft mit dem vom etablierten jüdischen Journalisten Ernst Maria Flinker herausgegebenen Czernowitzer Tagblatt eine weitere Bereicherung, bevor die beschriebenen politischen Entwicklungen bis hin zu Krieg und Holocaust ihr für immer ein Ende setzen sollten.[38]

Julius Weber wurde in der Shoa ermordet. Elias Weinstein, dem Mitgründer des Czernowitzer Morgenblattes, gelang noch während des Krieges die Flucht nach Palästina, wo er bereits ab 1944 Die Stimme herausgab. Von Anfang an richtete sich die Zeitung in erster Linie an die Bukowiner Juden in Exil und Emigration. Sie wurde zum Hausorgan und kommunikativen Zentrum der „World Organisation of Bukovina Jews“ in Israel und besteht bis heute unter deren Herausgeberschaft.

 

Projektgegenstand 

Das Projekt „Jüdisch-Deutsche Bukowina 1918+“ schließt zeitlich an die Digitalisierung der bis zum Ende des Ersten Weltkriegs erschienenen deutschsprachigen Zeitungen der Bukowina durch ANNO (Austrian Newspapers Online, Österreichische Nationalbibliothek) an. Diese Digitalisierung wurde seinerzeit in Kooperation mit dem ebenfalls BKM-geförderten Projekt „Digitale Topographie der multikulturellen Bukowina“ unter der Leitung von Markus Winkler durchgeführt. Das Projekt „Jüdisch-Deutsche Bukowina 1918+“ fokussiert vor allem auf die Zeit zwischen den Weltkriegen, die Zeit des Zweiten Weltkriegs und des deutschen und rumänischen Holocaust und die Zeit der Rückkehr in die Bukowina bzw. der dann erfolgten endgültigen Emigration des größten Teils der überlebenden jüdischen Bevölkerung aus der Bukowina (Israel, USA etc.). Die folgenden Zeitungen, welche im jüdisch-deutschen Kontext der Bukowina publiziert wurden, sind nun nach Digitalisierung und Onlinestellung frei zugänglich:

Arbeter-Tsaytung | Nachgewiesen: 1921-1925 | Als Vorlage zur Verfügung: 1921, 1923-1925 

Die Bombe: Halbmonatsschrift für Politik, Wirtschaft, Literatur und Satire (herausgegeben von H. Goldmann und F. Gerbel) | Nachgewiesen: 1935 | Als Vorlage zur Verfügung: 1935

Czernowitzer Allgemeine Zeitung (Nachkriegsblatt, herausgegeben von Philipp Menczel, Mendel Abraham und Arnold Schwarz) | Nachgewiesen: 1920-1938 | Als Vorlage zur Verfügung: 1921-1938

Czernowitzer Deutsche Tagespost | Nachgewiesen: 1924-1940 | Als Vorlage zur Verfügung: 1924-1940

Czernowitzer Morgenblatt (herausgegeben von Elias Weinstein und Julius Weber) | Nachgewiesen: 1918-1940 | Als Vorlage zur Verfügung: 1921-1940

Czernowitzer Tagblatt (herausgegeben von Ernst Maria Flinker) | Nachgewiesen: 1935-1938 | Als Vorlage zur Verfügung: 1935-1938

Di frayhayt: Organ fun der yudisher sotsyalistischer abayterpartey "Poale Tsien" in der Bukovina | Nachgewiesen: 1919-1924 | Als Vorlage zur Verfügung: 1919-1924 (lückenhaft)

Das freie Wort | Nachgewiesen: 1923-1926 | Als Vorlage zur Verfügung: 1924 (lückenhaft)

Die Gemeinschaft: Zeitschrift für soziale Kultur (herausgegeben von K. Sachter) | Nachgewiesen: 1928-1930 | Als Vorlage zur Verfügung: 1928-1930

Kultur: zšurnal far literatur, kunst und pedagogik | Nachgewiesen: 1921 | Als Vorlage zur Verfügung: 1921 

Das neue jüdische Palästina | Nachgewiesen: 1925 | Als Vorlage zur Verfügung: 1925 

Oyfboy | Nachgewiesen: 1937 | Als Vorlage zur Verfügung: 1937

Die Stimme (Israel) | Nachgewiesen: 1944-2017 | Als Vorlage zur Verfügung: 1944-2017

Der Tag | Nachgewiesen: 1932-1935 | Als Vorlage zur Verfügung: 1932-1935

Tšernowitzer bleter | Nachgewiesen: 1930-1937 | Als Vorlage zur Verfügung: 1933-1937 (lückenhaft)

Bereits im DiFMOE-Bestand enthalten, wurden diese Titel ebenfalls in die Sammlung integriert:

Neue Jüdische Rundschau | Nachgewiesen: 1926-1930 | Als Vorlage zur Verfügung: 1926-1930

Ostjüdische Zeitung : Organ der jüdischen Nationalpartei in der Bukowina | Nachgewiesen: 1919-1937 | Als Vorlage zur Verfügung: 1919-1937

Neben der Digitalisierung und Onlinestellung dieses periodischen Quellenkorpus in Kooperation mit dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München, dem Institut für Auslandsbeziehungen, der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, dem Bukowina-Institut (Augsburg), der Nationalbibliothek Israels (Jerusalem), der „World Organisation of Bukovina Jews“ (Ramat Gan, Rechteinhaberin „Die Stimme“ und Landsmannschaft der Bukowiner Juden in Israel) und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS, Regensburg), realisierte DiFMOE in Kooperation mit der „Czernowitz Discussion Group“, einem weltweiten virtuellen Zusammenschluss von etwa 500 jüdischen Bukowiner Holocaustüberlebenden und ihren Nachkommen, die Integration von ausgewählten Teilen des gruppeneigenen Archivs mit wertvollen persönlichen und familiären Zeitdokumenten in die Digitale Bibliothek des DiFMOE. Innerhalb der Sammlung „Jüdisch-Deutsche Bukowina 1918+“ lässt sich der eingepflegte Bestand der Assoziation sowohl in seiner Gesamtheit, als auch nach den einzelnen Privatsammlungen der Mitglieder abrufen. [s. Abbildung 9]

Namentlich sind dies jene von:

Oded Blaustein (Gruppenfotos: Schule, Familie)

Hedwig Brenner (Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Militär, Schule)

Carmit Brull-Sotil (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie)

Anita Derman Mark (Gruppenfoto: Familie, Schule)

Dana Dimitriu (Mehrpersonen- und Einzelfoto: Familie; Archivalie: Judenverfolgung, Familie)

Zilla Ebner Helman (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Politik, Militär, Studentenverbindung)

Gabrielle Eisenscher (Gruppenfotos: Familie, Schule)

Peter Elbau (Archivalien)

Yosi Eshet (Gruppenfotos: Familie)

Falikman (Mehrpersonenfotos, Archivalie: Familie)

Cornel Fleming (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Militär, Studentenverbindung)

Lucca Ginsburg (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Schule; Archivalien: Auswanderung, Judenverfolgung)

Ruth Glasberg Gold (Gruppenfoto: Familie, Schule)

Berti Glaubach (Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Studentenverbindung)

David Glynn (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie und Freunde)

Marc Goldberger (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Studentenverbindung, Persönlichkeiten, jüdische Organisationen)

Ilana Gordon (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie und Freunde, Schule)

Andy Halman (Gruppenfotos: Judenverfolgung, Freunde)

Edgar Hauster  (Einzelpersonen- und Gruppenfotos, Archivalien: Familie, Sport, Judenverfolgung)

Pessach Heger (Einzelpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Schule)

Daniel Horowitz (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Schule, jüdische Organisationen, Militär)

Linda Hutkin Slade (Gruppenfotos: Judenverfolgung)

Ya‘acov Katz (Gruppenfoto: Schule)

Shula Klinger (Mehrpersonenfotos: Familie)

Simon Kreindler (Gruppenfoto: Familie, Schule)

Miriam Lava (Einzelpersonen- und Mehrpersonenfotos: Familie)

Yohanan Loefler (Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Schule)

Lilian Madfes (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Schule)

Assaf Patir (Gruppenfotos: Familie, Schule)

Henry Rendall (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Militär, jüdische Organisation)

Gadi Rennert (Einzelpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Studentenverbindung, Schule)

Arthur Rindner (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Schule, Militär)

Gaby Rinzler (Gruppenfotos: Familie, Schule)

Leah Rosenberg (Einzelpersonen- und Gruppenfotos: Familie)

Ludwig Rudel (Gruppenfoto: Familie, Militär)

Ruth Schaerf Sharvit (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie)

Corinne Schimmer (Einzelpersonen- und Gruppenfotos: Familie)

Lydia Schmerler (Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Schule)

Alfred Schneider (Mehrpersonen- und Gruppenfotos: jüdische Organisation, Schule)

Noam Silberberg (Gruppenfotos: Familie, Schule)

Joseph Skilnik (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie und Freunde)

Marcel Spiegler (Gruppenfotos: Familie, Schule)

Ethel Stern (Gruppenfotos, Archivalien: Judenverfolgung)

Mimi Taylor (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Schule, Arbeit; Archivalien: Judenverfolgung)

Doris Wasser (Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Sport)

Fred Weisinger (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Schule, jüdische Organisation)

Gabriele Weissmann (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Sport, jüdische Organisation, Arbeit)

Bruce Wexler (Mehrpersonenfotos: Familie)

Stephen Winters (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Arbeit, Schule)

Yehudith Yerushalmi-Terris (Einzelpersonen-, Mehrpersonen- und Gruppenfotos: Familie, Sport, jüdische Organisation, Schule; Archivalie: Judenverfolgung)

Für die Dokumente wurden aus den originalen Bildbeschreibungen Titel erstellt sowie eine thematische und geografische Verschlagwortung vorgenommen. Um die Authentizität zu wahren, wurde bei der Titelvergabe in den meisten Fällen die Sprache der Vorlage bzw. der Originalbeschreibung des Dokuments übernommen. Dort, wo in Bezug auf den Rechercheaufwand vertretbar, wurden bei Nichtvorhandensein außerdem Namen der abgebildeten Personen sowie deren Verwandtschaftsverhältnisse zum Eigentümer der Vorlagen bzw. Verfasser der originalen Bildbeschreibungen im Titel dokumentiert, um die Suchfunktion der Digitalen Bibliothek möglichst effizient nutzen zu können und so einen Mehrwert für den Bibliotheksbesucher zu erzielen.

Eine wertvolle Quelle besonderer Art stellte uns der deutsche Administrator der Czernowitz Discussion Group, Edgar Hauster, aus dem persönlichen Familienarchiv zur Verfügung: 122 Briefe aus der Korrespondenz des Großvaters Elias Hauster mit seinem Sohn Julius Hauster (der zweite Sohn Maximilian wurde 1943 in Auschwitz ermordet), die dem Leser einen tiefgehenden Eindruck vom Alltag, aus dem Seelenleben, vor allem aber auch von der großen Not der rumänischen Holocaustüberlebenden unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs (1946-1949) aufzeigen.

Für eine bestmögliche Vermittlung und wissenschaftliche Nutzung der Inhalte des herausragenden Geschichtszeugnisses „Die Korrespondenz des Elias Hauster“ wurden die hochauflösenden Scans der handgeschriebenen Briefe mit den aufwändig von Martina und Edgar Hauster erstellten Transkriptionen in einem digital erstellten Buch kombiniert und damit volltextdurchsuchbar gemacht. [s. Abbildung 10]

 

Endnoten

[1] Zu den Anfängen des DiFMOE siehe: Meier, Jörg, „Digitales Forum Mittel- und Osteuropa (DiFMOE). Das Portal historischer deutschsprachiger Periodika in Mittel- und Osteuropa“, in: Karpatenjahrbuch. Kalender der Karpatendeutschen aus der Slowakei 60, 2009, S. 176-180.

[2] Zur Entwicklung des DiFMOE siehe: Schrastetter, Jan, „10 Jahre Digitales Forum Mittel- und Osteuropa“, in: Karpatenjahrbuch. Kalender der Karpatendeutschen aus der Slowakei 70, 2019, S. 155-174.

[3] Auch im Weiteren werden die bekannten Erscheinungszeiträume der Einzeltitel genannt, die sich nicht immer mit dem Bestand in der Digitalen Bibliothek des DiFMOE decken. Im Rahmen der Möglichkeiten wird aber stets Vollständigkeit angestrebt und auch nachholend daran gearbeitet.

[4] Mit dem Projekt „Karpathen-Post“ als Initialzündung entwickelte sich die Martin-Opitz-Bibliothek zum engsten Kooperationspartner des Digitalen Forums Mittel- und Osteuropa. Die Martin-Opitz-Bibliothek in Herne (MOB), Spezialbibliothek für deutsche Kultur und Geschichte im östlichen Europa, fungiert nicht nur als Leihgeberin von Originalvorlagen für die Digitalisierung, sondern zeichnet auch für die Langzeitsicherung der digitalen Bestände des DiFMOE verantwortlich. Zudem berät sie das Digitale Forum in fachbibliothekarischen Fragen und unterstützt es bei der Dissemination der Projektergebnisse.

[5] Schrastetter, Jan, Fabian Kopp, „Das Digitale Forum Mittel- und Osteuropa“, in: Jörg Meier, Fabian Kopp & Jan Schrastetter (Hrsg.), Digitale Quellensammlungen. Erstellung - Archivierung - Präsentation - Nutzung, Berlin 2013, S. 21.

[6] Riecke, Jörg, Tina Theobald (Hrsg.), Deutschsprachige Zeitungen im östlichen Europa. Ein Katalog, Bremen 2019, S. 398f.

[7] Schrastetter, Kopp 2013, S. 21f.

[8] Riecke, Theobald 2019, S. 375f.

[9] Zum Projekt „Brünner Tagesbote“ siehe: Schrastetter, Jan, Fabian Kopp, „Das Teilprojekt Brünner Tagesbote als Beitrag zum Digitalen Forum Mittel- und Osteuropa (DiFMOE)“, in: Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa 19, 2011, S. 266-274.

[10] Ebd.

[11] Zur Cassovia Digitalis: Meier, Jörg, „Das Digitale Forum Mittel- und Osteuropa (DiFMOE) und die Digitale Bibliothek Kaschau“, in: Karpatenjahrbuch. Kalender derKarpatendeutschen aus der Slowakei, 64, 2013, S. 141-150; Schrastetter, Jan, „Cassovia Digitalis – ein internationales Digitalisierungsprojekt zum europäischen Kulturhauptstadtjahr 2013“, in: Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas, 8/2,2013, S. 196-198; Tebarth, Hans-Jakob, Erdmute Lapp, „Reale und virtuelle Bibliotheken in einer europäischen Kulturhauptstadt“, in: Bibliothek und Medien. Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken und Dokumentationsstellen der Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung (ABDOS), 34/1-2, 2014, S. 1-8. Zur Riga Digitalis: Schrastetter, Jan, „Riga Digitalis - Die Digitale Stadtbibliothek“, in: Bibliothek und Medien. Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft der Bibliotheken und Dokumentationsstellen der Ost-, Ostmittel- und Südosteuropaforschung (ABDOS), 34/1-2, 2014, S. 19-22. Zur Pilsna Digitalis: Welzel, Stefan, „150.000 Seiten Pilsen. Die Internetbibliothek Pilsna Digitalis bietet einen umfassenden Einblick in die publizistische Vergangenheit der Kulturhauptstadt Pilsen. Ein Gespräch mit Projektleiter Jan Schrastetter“, in: Prager Zeitung, Nr. 41, Oktober 2015, S. 13. Zur Wratislavia Digitalis: Danszczyk, Arkadiusz, Jan Schrastetter, „Das Digitale Forum Mittel- und Osteuropa e. V. (DiFMOE) und das Projekt Wratislavia Digitalis vor dem Hintergrund der Kooperation mit der Martin-Opitz Bibliothek“, in: Halub, Marek (Hrsg.), Schlesische Gelehrtenrepublik, Dresden 2018, S. 462-479; Findeisen, Silke, „Ein Blick in Breslaus wechselvolle Geschichte: Die Wratislavia Digitalis“, in: Schlesische Nachrichten, Nr. 6/2016, S. 8; Schmilewski, Ulrich, „Kulturwerk beteiligt sich an Wratislavia Digitalis: Zahlreiche Breslau-Bücher wurden aus dem Stiftungsbestand zur Verfügung gestellt“, in: Schlesischer Kulturspiegel 51, 2016, (April-Juni), S. 19f.

[12] Thanei, Christoph, „Kosice zwischen Zukunftshoffnung und vertaner Chance“, in: Neue Pressburger Zeitung. Das Deutschsprachige Magazin aus der Slowakei, Dezember 2013 – Januar 2014, S. 51.

[13] Zum Kramerius-Frontend der Digitalen Bibliothek des DiFMOE und seiner Funktionsweise siehe: Schrastetter 2019, S. 160-169.

[14] Riecke, Theobald 2019, S. 385f.

[15] Möbius, Thomas, „Spuren deutscher Sprache, Literatur und Kultur in Kroatien. Germanistische Institutspartnerschaft mit der Josip-Juraj-Strossmayer-Universität Osijek - Projekt erforscht Austauschbeziehungen im sprachlichen, literarischen und kulturellen Bereich - Digitalisierung deutschsprachiger Zeitungen in Kroatien“, in: uniform. Zeitung der Justus-Liebig-Universität Gießen, 31, 2018, (Nr. 1, 22. Februar 2018), S. 8.

[16]Projektbeschreibung auf der Webseite des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung.

[17] Röger, Maren, Gaëlle Fisher, Bukowina, in: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa.

[18] Ebd.

[19] Ebd.

[20] Ebd.

[21] Hausleitner, Mariana, „Von der Kooperation zur Konfrontation. Die Veränderungen in den Beziehungen zwischen Juden und Deutschen in der Bukowina 1910-1940“, in: Hofmeister, Alexis (Hrsg.), Shared Histories. Deutsche und Juden im östlichen Europa – Aspekte einer historischen Verflechtung? (osmikon-Themendossier).

[22] Röger, Fisher 2017.

[23] Hausleitner, Mariana, „Rumänien“, in: Hausleitner, Mariana, Souzana Hazan & Barbara Hutzelmann, Die Verfolgung and Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Bd. 13: „Slowakei, Rumänien, Bulgarien“, Berlin 2018, S. 46-74, hier: S. 70.

[24] Hausleitner 2020.

[25] Winkler, Markus, Czernowitzer Judentum: ein Mythos am Rande Europas?, in: Ost-West. Europäische Perspektiven 9, 2008, Heft 3, S. 216-222 und Winkler, Markus, Czernowitz/Černivci, in: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa.

[26] Röger, Fisher 2017.

[27] Corbea-Hoisie, Andrei, Politik, Presse und Literatur in Czernowitz 1890-1940. Kulturgeschichtliche und imagologische Studien, Tübingen 2013, S. 14.

[28] Winkler 2008.

[29] Winkler 2013.

[30] Solomon, Francisca, „Sprache und Identität. Zu den theoretischen und typologischen Dimensionen der jüdischen Presse in Galizien und in der Bukowina während der Habsburger Zeit“, in: Corbea-Hoisie, Andrei, Ion Lihaciu & Markus Winkler, Zeitungsstadt Czernowitz. Studien zur Geschichte der deutschsprachigen Presse der Bukowina, Kaiserslautern 2014, S. 53-67, hier: S. 64.

[31] Ebd.

[32] Corbea-Hoisie 2013, S. 14f.

[33] Hausleitner, Mariana, Markus Winkler, Presselandschaft in der Bukowina und den Nachbarregionen. Akteure - Inhalte - Ziele (1900–1945), in: Kakanien revisited.

[34] Marten-Finnis, Susanne, Markus Winkler, Czernowitzer Pressefeld 1918-1940: Quelle und Diskurs. Ein Werkstattbericht des Arbeitskreises Czernowitzerpresse zur Digitalisierung von Czernowitzer Zeitungen 1918-40, in: Kakanien revisited.

[35] Ebd.

[36] Corbea-Hoisie 2013, S. 130-133.

[37] Carasevici, Dragoş, „Die Anfänge der Ostjüdischen Zeitung und die Frage der Minderheitensprachen in der Bukowina nach der Vereinigung mit Rumänien (1919-1922)“, in: Corbea-Hoisie, Andrei, Ion Lihaciu & Markus Winkler, Zeitungsstadt Czernowitz. Studien zur Geschichte der deutschsprachigen Presse der Bukowina, Kaiserslautern, Mehlingen 2014, S. 159.

[38] Marten-Finnis, Winkler.

 

Literaturverzeichnis

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Autor

Jan Schrastetter