Zeitschrift "Comparative Southeast European Studies", Band 69 (2021), Heft 1 erschienen

Die Zeitschrift, Nachfolgerin von "Südosteuropa. Journal of Politics and Society", erscheint ab sofort im Open Access.

Das erste Heft in neuem Format hat den Schwerpunkt "In the Name of the Daughter. Anthropology of Gender in Montenegro". Gastherausgeberin ist Čarna Brković (Göttingen). Die Autor*innen der Themensektion zeigen, aus der Perspektive geschlechtsspezifischer Lebenswelten in Montenegro, wie materielle und ökonomische Prozesse mit soziokulturellen Handlungslogiken verflochten sind und wie hierdurch einerseits alte Stereotype bestätigt, andererseits aber neue Räume für veränderte Verhaltensweisen geschaffen werden. Im Fokus steht unter anderem ein spezifisches Verständnis von Verwandtschaftsbeziehungen und von (immobilem) Eigentum. Frauen in Montenegro sind in ihrer Lebensführung nicht so eindimensional eingeschränkt wie es aus einer (westlich geprägten) liberalen feministischen Perspektive erscheinen mag. Der Vergleich mit der Situation von Frauen im titoistischen Jugoslawien zeigt, dass die Transition seit 1990 einerseits eine signifikante Re-Traditionalisierung mit sich gebracht hat, dass andererseits aber die Bezüge auf das in den Nachkriegsjahrzenten Erreichte stark und vielfältig geblieben sind.

Das Heft enthält darüber hinaus einen Aufsatz von Armina Galijaš (Graz) und Ivan Ejub Kostić (Belgrad), die über muslimisches Leben in Serbien und speziell in der Hauptstadt Belgrad detailreich ins Gespräch kommen.

In der Offenen Sektion analysiert Heinz-Jürgen Axt (Duisburg-Essen) den jüngst wieder in den Tagesmedien präsenten, indes schon lange währenden Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei im östlichen Mittelmeer. In jüngster Zeit nahm der Streit um die dortigen Gasvorkommen, der mit Konflikten um die Interpretation der Seegrenzen verknüpft ist, mehr als einmal Ausmaße am Rande einer militärischen Eskalation an.

Comparative Southeast European Studies, Band 69, Heft 1