Zeitschrift Südosteuropa: Band 68 (2020), Heft 1 erschienen

Die aktuelle Ausgabe enthält folgende Beiträge:

Christina Griessler (Budapest) analysiert den so genannten "Berlin-Prozess" mit Blick auf die EU-Aspiranten im südöstlichen Europa. Der "Berlin Prozess" wurde 2014 von Deutschland lanciert, um dem stockenden EU-Erweiterungsprozess neues Leben einzuhauchen und die Staaten des so genannten West-Balkans zu ermutigen, die für den EU-Beitritt notwendigen politischen und wirtschaftlichen Reformen weiterhin ernsthaft zu verfolgen.
Vladan Vukliš (Banjaluka) schildert aus der Perspektive eines Archivdirektors die schwierige Quellenlage zur Geschichte des sozialistischen Jugoslawiens — mit einem Schwerpunkt auf der Geschichte der Arbeit. Er fokussiert auf die "Hebung" relevanter Quellen, deren archivalische Aufbereitung sowie auf das Handwerkszeug, das Historikerinnen und Historiker benötigen, um die für die Geschichte der Arbeit im Titoismus relevanten Materialien zu finden und auszuwerten.
Ljiljana Radonić (Wien) vergleicht die Erinnerungspolitik der polnischen PiS und der ungarischen Fidesz seit Anfang der 2000er Jahre anhand von Museen, die den Zweiten Weltkrieg thematisieren: in Polen das Museum des Warschauer Aufstands, das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig, das Museum der Geschichte der polnischen Juden sowie das geplante Museum des Warschauer Ghettos, und in Budapest das Haus des Terrors, das Holocaust-Memorial-Center und das geplante Haus des Schicksals.
Romaine Farquets (Neuchâtel / Bern) Beitrag beruht auf Interviews mit albanischsprachigen Migrantinnen und Migranten in der Schweiz, die sich während der 1990er Jahre politisch in Kosovo engagierten. Die Autorin zeigt, wie die früheren Aktivistinnen und Aktivisten mit der wahrgenommenen Entfremdung von ihrem Heimatland umgehen: Entweder verstehen sie sich weiterhin als ein Teil der vorgestellten "albanischen Nation" Kosovos oder sie rekurrieren auf ein alternatives, auf ihr Leben in der Schweiz konzentriertes Selbstverständnis.
In der Offenen Sektion berichtet Elise Feiersinger (Wien) über die Initiative der Österreichischen Gesellschaft für Architektur, den Nachlass der Architektur- und Kunsthistorikerin Iris Meder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Zeitschrift ist über den Verlag DeGruyter zu beziehen:

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