Nachwuchstagung: Deutsche und Juden im östlichen Europa (6.-7. Mai 2020, IKGN Lüneburg)

osmikon-Themendossier "Shared Histories?" richtet Nachwuchskonferenz zu Deutschen und Juden in Osteuropa aus.

Europa, Sprachen - & Völkerkarte, in: Neuer Handatlas über alle Teile der Erde in 61 Haupt- und 124 Nebenkarten mit alphabetischem Namenverzeichnis, hg. von E. Debes, Leipzig 1899, S. 22 (Ausschnitt) | gemeinfrei

Deutsche und Juden prägten das östliche Europa vom Spätmittelalter bis zum Zweiten Weltkrieg. Die historische Rolle beider Gruppen sowie ihre Verflechtungsgeschichte unter imperialen bzw. postimperialen Vorzeichen wurden in der Forschung von der Gewaltgeschichte des Holocaust überlagert und sind erst seit dem Ende des 20. Jahrhunderts erneut in den Blick genommen worden. Im Zuge neuerer, vor allem kulturwissenschaftlich informierter Überlegungen zur Geschichte Osteuropas wurde die bi-polare Gegenüberstellung von Mehrheit und Minderheit kritisiert und in Teilen aufgegeben. Stattdessen rückten Prozesse in den Vordergrund, die das alltägliche Zusammenleben der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im östlichen Europa stärker berücksichtigen und die Vielfalt der Erfahrungen in den Vordergrund rückten. Diese Prozesse sind von gegenseitigen Aneignungen, von Überlagerungen ebenso wie von Abgrenzungen gekennzeichnet.

Mit dem Call for Papers werden Nachwuchswissenschaftler*innen zur Bewerbung aufgefordert, die sich mit Themen der Geschichte der deutschen und/oder jüdischen Bevölkerungsgruppen im östlichen Europa beschäftigen – es sind also auch ausdrücklich Teilnehmer*innen willkommen, in deren Arbeiten ein entsprechender Vergleich nicht geleistet wird. Die vorzustellenden Texte werden im Voraus eingereicht, so dass sich die Präsentationen auf 20 Minuten beschränken. Neben Historiker*innen sind auch Ethnolog*innen, Literaturwissenschaftler*innen und Politolog*innen nach Lüneburg eingeladen. Die Tagung findet als Kooperation des von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) geförderten Themendossiers "Deutsche und Juden im östlichen Europa – Aspekte einer verflochtenen Geschichte?", dem Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen sowie dem Nordost-Institut (IKGN) statt. Es wird für die Bewerbung um die Teilnahme ein akademischer Lebenslauf sowie ein Exposee des geplanten Beitrages erwartet.

Bewerbungsschluss: 30.03.2020

Call for Papers