Neue Plattform mit digitalisierten Ego-Dokumenten zu und aus dem östlichen Europa

Mit dem Online-Gang der neuen Plattform erweitert der Fachinformationsdienst (FID) Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa an der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) München sein Angebot an digital bereitgestellten Materialien mit hohem Quellenwert für die Wissenschaft.

Karl-Hermann Döring: Taschenkalender 1937-1943 | © FSO Bremen

Karl-Hermann Döring: Taschenkalender 1937-1943 | © FSO Bremen

Seit dem Förderbeginn im Jahr 2016 verfolgt der FID Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa das Ziel, das elektronische Publizieren von wissenschaftlich relevanten Materialien mit Bezug zur betreuten Region voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund wurde die Digitalisierung und Online-Bereitstellung von in Deutschland aufbewahrten und bislang unveröffentlichten Ego-Dokumenten angegangen. Diese haben zwar einen hohen Quellenwert für die Wissenschaft, stoßen jedoch auf kein ausreichendes Interesse seitens kommerzieller Verlage.

In einem Pilotprojekt wurden in der ersten Förderphase des FID (2016-2018) ausgewählte Ego-Dokumente aus dem Archiv der Forschungsstelle Osteuropa (FSO) an der Universität Bremen digitalisiert. Etwa zur gleichen Zeit erfolgte die Digitalisierung des Nachlasses des Osteuropahistorikers Martin Winkler (1893-1982), der der Bayerischen Bibliothek vermacht wurde. Zugriff auf einen Teil dieser Materialien war bis vor Kurzem lediglich über den OPAC der Bayerischen Staatsbibliothek sowie das Forschungsportal osmikon möglich. Die frisch freigeschaltete Plattform bietet nun einen komfortablen Zugang zu allen vom FID digitalisierten Ego-Dokumenten und präsentiert darüber hinaus neue bislang nicht veröffentlichte Materialien. Zu diesen gehören Ego-Dokumente aus dem privaten Nachlass der Familie Rammelmeyer. Darunter befinden sich u.a. die Erinnerungen von Elsa Winokurow (1883-1983), eine der ersten praktizierenden Ärztinnen (Sowjet-)Russlands sowie ausgewählte Ego-Dokumente aus dem Archiv des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München. Sie wurden in der zweiten Förderphase (2019-2021) digitalisiert und ebenfalls an der BSB katalogisiert.

Das Teilprojekt des FID zum digitalen Publizieren von Ego-Dokumenten wird in der kommenden Förderphase (2022-2024) fortgesetzt. Aufbauend auf den entwickelten Workflows sollen in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Privatpersonen weitere Ego-Dokumente digitalisiert und bereitgestellt werden. Da inzwischen viele Autor*innen Ego-Dokumente in beachtlichem Umfang direkt im Internet veröffentlichen, sollen diese nach noch festzulegenden Kriterien recherchiert und eingeworben werden. Geplant ist zudem eine automatische Texterkennung bei Digitalisaten von handschriftlich verfassten Ego-Dokumenten. Zum Einsatz kommt hier die Software Transkribus.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Auf dem OstBib-Blog finden Sie einen ausführlichen Beitrag, in dem wir die digitalisierten Ego-Dokumente kurz vorstellen und auf einige Herausforderungen der Digitalisierung hinweisen.

Zum Blogbeitrag: Neue Plattform mit digitalisierten Ego-Dokumenten zu und aus dem östlichen Europa

Zur Plattform: Ego-Dokumente und Nachlässe zu und aus Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa