Ab dem 11. November 2021: Ausstellung "Facing the Balkans. Südosteuropa in Fotografien von Harald Schmitt"

Bis zum 4. März 2022 zeigt die Bayerische Staatsbibliothek Bilder aus Südosteuropa des früheren STERN-Fotografen Harald Schmitt.

Graffiti bedecken die Einschusslöcher in den Wänden eines Bankgebäudes, das im Bosnien-Krieg zerstört wurde. Heute ist die Ruine ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche und Street-Art-Künstlerinnen und -Künstler. Mostar, Bosnien und Herzegowina, 2016 | © BSB/STERN-Fotoarchiv/Harald Schmitt

Nur 400 Kilometer trennen München und Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens, und auch die anderen Balkanstaaten sind nur wenige Zugstunden entfernt. Doch trotz der geografischen Nähe zu Südosteuropa sind die Länder, ihre Kultur und Geschichte hierzulande wenig bekannt.

Die Fotoausstellung "Facing the Balkans" will das ändern und lädt zu einer Reise durch Südosteuropa ein. Die Besucherinnen und Besucher folgen dem Blick des Fotojournalisten Harald Schmitt. Als früherer STERN-Fotograf hatte er zwar die ganze Welt bereist, doch die Länder südöstlich von Deutschland kannte er kaum. Also stiegen er und seine Frau Annette ins Auto und fuhren los. Erklärtes Ziel ihrer Reise: sich den eigenen Vorurteilen über den Balkan zu stellen.

Sechsmal reiste Schmitt zwischen 2015 und 2021 nach Südosteuropa. In Albanien traf er das Oberhaupt eines islamischen Derwisch-Ordens, im rumänischen Siebenbürgen begleitete er die Heuernte, in Moldau lernte er kreative Unternehmer kennen, die versuchen, ihre Heimatdörfer wiederzubeleben, in Bosnien erlebte er Alltag und Nöte von Flüchtlingen auf der Balkanroute. Aufgeteilt in sieben Sektionen zeigt "Facing the Balkans" diese und viele weitere Gesichter Südosteuropas. Präsentiert werden 100 journalistische Fotografien, die einen Einblick in das Leben auf dem Balkan geben, wie es der sechsmalige Preisträger des World Press Photo Award erlebte. Ausgestellt werden gerahmte hochwertige Reproduktionen in den Formaten 35x45 bis 100x140 im Fürstensaal und dem Prachttreppenhaus. Flankiert werden die Bilder von erläuternden Texten und informativen Grafiken, die interessantes Hintergrundwissen vermitteln.

Für alle, die sich eingehender mit dem Balkan beschäftigen möchten, erscheint ein begleitender Katalog mit Texten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS): In einem einleitenden Essay skizziert Prof. Dr. Ulf Brunnbauer, der wissenschaftliche Direktor des IOS, die Geschichte der Repräsentation des Balkans in Kunst, Medien und Wissenschaft und weist auf kommende Herausforderungen hin. Die sieben Ausstellungssektionen werden durch prägnante Essays von Prof. Dr. Ulf Brunnbauer (IOS), PD Dr. Heike Karge (Universität Regensburg) und Dr. Edvin Pezo (IOS) kontextualisiert.

Interessierten Besucher*innen werden wöchentlich kostenfreie Führungen angeboten. Zudem kann "Facing the Balkans" auch orts- und zeitabhängig als virtuelle Ausstellung im Web besucht werden. Ergänzt wird die digitale Ausgabe durch Audiokommentare des Fotografen zu ausgewählten Bildern. Im Januar 2022 soll ein Science Slam stattfinden, bei dem junge Wissenschaftler*innen einen Einblick in ihre Forschungsprojekte zu Südosteuropa geben.

Vielleicht tun es einige Ausstellungsbesucherinnen und Ausstellungsbesucher dem Fotografen gleich, der sich 2015 sagte: "Der Balkan ist nur ein paar hundert Kilometer entfernt von uns. Grund genug, ihn zu entdecken."

Zur virtuellen Ausstellung