Was ist Forschungsdatenmanagement?

Der „Forschungsdatenlebenszyklus“ beschreibt idealtypisch die Rollen von sowie den Umgang mit Forschungsdaten während der einzelnen Phasen eines Forschungsvorhabens.

Forschungsbeginn

Am Anfang eines Forschungsvorhabens sollte geklärt werden, ob bereits Forschungsdaten zum Thema vorliegen. Ein disziplinär passendes Repositorium kann hier recherchiert werden:

Registry of Research Data Repositories

 

Datenentstehung und -erhebung im Forschungsprozess planen

Die Durchführung eines Forschungsvorhabens vereinfacht sich sehr, wenn im Vorfeld einige Fragen zu den entstehenden Daten und deren Verwaltung beantwortet werden:

  • Welche Menge und Art von Arbeitsdaten werden entstehen (z.B. Fotografien von Archivquellen, Audioaufnahmen von Interviews)?
  • Welcher Speicherbedarf ist zu erwarten?
  • Wie lege ich meine Dateien ab, damit ich den Überblick nicht verliere?
  • Wie schütze ich mich vor Datenverlust, wie sieht ein sicheres Backup aus?
  • Gibt es in der Community und der Forschungsrichtung bereits etablierte Programme und Tools, deren Nutzung den Austausch mit anderen Wissenschaftler*innen erleichtert?

Das Verfassen eines Datenmanagementplans hilft dabei, diese einzelnen Aspekte systematisch ins Auge zu fassen.

 

Datenmanagement während der Analyse und Interpretation

Während des Analyse- und Interpretationsprozesses bieten die im Datenmanagementplan festgelegten Ansätze Orientierung und helfen dabei, den Überblick zu behalten. Zudem wird dadurch der Grundstein gelegt, um eine Auswahl der Arbeitsdaten als Forschungsdaten mit geringem Zusatzaufwand zu veröffentlichen.

 

Veröffentlichung von Forschungsdaten

Jene Arbeitsdaten, die wichtig für die Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit von Forschungsergebnissen sind oder anderen Forschenden als Grundlage dienen könnten, sollten in einem Forschungsdatenrepositorium veröffentlicht werden. In diesem werden Forschungsdaten gespeichert, wodurch sie online abruf- und recherchierbar sind und zugleich langzeitarchiviert.

Eine Übersicht von Repositorien finden Sie hier:

Registry of Research Data Repositories

 

Nachnutzung

Wurden die genannten Schritte erfolgreich umgesetzt, können die Forschungsdaten von anderen Forschenden gesucht, gefunden und nachgenutzt werden. Sie als Datenautor*in fördern auch auf diesem Wege neue wissenschaftliche Erkenntnisse und werden dafür zitiert.

 

Erstellen eines Datenmanagementplans

Um die genannten Schritte schon zu Beginn eines Forschungsvorhabens zu strukturieren empfehlen wir die Erstellung eines Datenmanagementplans. Dies wird Ihnen erstens helfen, sich in den eigenen Daten zurechtzufinden ("Wo habe ich noch einmal das Word-Dokument abgelegt?"; "Die Fotografien aus dem Archiv heißen alle img123.jpg"). Zweitens erleichtert die Erstellung des Planes die Veröffentlichung von Forschungsdaten – schließlich haben Sie diese von Anfang an mit bedacht. Drittens fordern immer mehr Forschungsförderer die Abgabe eines Datenmanagementplans. Und viertens erleichtert es uns die Arbeit, Sie beim Management Ihrer Daten zu unterstützen.

Setzen Sie sich daher mit uns in Verbindung, wir begleiten Sie gerne bei der Erstellung eines Datenmanagementplans.

 

Eine Mustervorlage finden Sie hier:

Datenmanagementplan OstData

 

 

Trainingsmaterialien zum Datenmanagement: