Forschungsdaten managen

Der "Forschungsdatenlebenszyklus" illustriert die einzelnen Schritte, die für ein erfolgreiches Forschungsdatenmanagement zurückzulegen und zu beachten sind.

 

Hypothese/Fragestellung: Am Anfang eines Forschungsvorhabens sollte geklärt werden, ob auf existierende und veröffentlichte Forschungsdaten zurückgegriffen werden kann.

Quellenerhebung und Datenerfassung: Ebenfalls am Anfang eines Forschungsvorhabens sollten sich Forscherinnen und Forscher Gedanken über die entstehende Menge und Art von Daten machen. Welcher Speicherbedarf ist zu erwarten? Nach welchem System sollen Dateien abgelegt werden, damit der Überblick nicht verloren geht (bspw. Fotografien von Archivdokumenten)? Gibt es in der Community und der Forschungsrichtung bereits etablierte Programme und Tools, deren Nutzung den Austausch mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erleichtert? Im Hinblick auf die Veröffentlichung der Daten sollten zudem möglichst Dateiformate gewählt werden, welche weit verbreitet, frei, offen und nicht-proprietär sind. Dies stellt sicher, dass die Dateien höchstwahrscheinlich auch in Zukunft les- und verwendbar sein werden.

Übersicht zu empfohlenen Dateiformaten

 

Analyse und Interpretation: Für die bei Analyse und Interpretation anfallenden Arbeitsdaten gelten grundsätzlich die gleichen Überlegungen wie beim Schritt der Quellenerhebung und Datenerfassung.

Datenspeicherung: Bei der Wahl eines Repositoriums für die Speicherung, Veröffentlichung und Langzeitarchivierung von Forschungsdaten sollte darauf geachtet werden, dass ein geläufiger Metadatenstandard verwendet wird, Persistente Identifikatoren vergeben werden und dass die Langzeitarchivierung höchsten technischen Anforderungen entspricht (nachgewiesen z. B. durch das Data Seal of Approval). Eine Übersicht an Repositorien finden Sie im Registry of Research Data Repositories.

Data Seal of Approval
Registry of Research Data Repositories

 

Zugriff und Veröffentlichung: Damit die veröffentlichten Forschungsdaten von der Wissenschaft sinnvoll genutzt werden können, müssen diese mit Metadaten versehen werden. Diese beschreiben die Daten und geben Auskunft über Urheberin/Urheber, Veröffentlichungsdatum, datenvorhaltende Institution, Formate, Inhalte usw. Um die Forschungsdaten zudem eindeutig identifizierbar zu machen und den langfristigen Zugriff auf diese zu sichern, sollten diese zudem mit Persistenten Identifikatoren wie DOIs oder URNs versehen werden. Fragen der Lizenzierung, etwa mit Creative Commons-Lizenzen, sollten ebenfalls vor der Veröffentlichung geklärt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Repositoriums unterstützen Sie gerne bei diesen Aufgaben, etwa bei der Beschreibung mit Metadaten, der Vergabe von Persistenten Identifikatoren oder Lizenzierungsfragen.

Nachnutzung: Wurden die genannten Schritte erfolgreich umgesetzt, können die Forschungsdaten von anderen Forscherinnen und Forschern nachgenutzt werden. Sie als Datenautorin oder Datenautor können dafür zitiert werden und fördern auch auf diesem Wege neue wissenschaftliche Erkenntnisse.

Bildnachweise

Forschungsdatenlebenszyklus: © BSB/A. Štanzel, CC BY 4.0

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